Best of Musical 2006Vorbemerkung: Dieser Bericht spiegelt meine persönliche Ansicht wieder und hat nichts mit den Ansichten der Fanclubleitung zu tun. Ich erwarte von niemandem, dass er meine Ansichten teilt. Beschwerden und Kritik deshalb bitte privat an mich und nicht ins Gästebuch. __________________ Best of Musical 2006 Samstag, 11.03.2006, Köln, Kölnarena Im Vorfeld haben mir viele gesagt: „Nimm Taschentücher mit, Du wirst sie brauchen…. „ Ja, und zum ersten Mal habe ich sie gebraucht, als ich die Köln – Arena betrat: Pizza und Popcorn, mobile Bierverkäufer… es sah genau nach dem aus, was es ist… eine Stätte für Eishockey-Spiele, Rockkonzerte etc. Der zweite Schock kam, als ich die riesige Konzerthalle selber betrat. Nirgendwo jemand, der einem in dem recht unübersichtlich beschrifteten Saal hilft, seinen Platz zu finden. Dafür jede Menge mobiler Eis- und Bierverkäufer, die, typisch kölsch, doch eher an Marktschreier erinnern. Aber warum auch nicht? Wohin der Blick geht: Werbebanner für alles Mögliche, die ständig wechselten. Wie im Fußball- oder Eishockeystadion… unmöglich… oh ich vergaß, genau das ist die Köln-Arena ja auch. Das Publikum war sehr gemischt. Und zum Teil völlig eins mit der Umgebung. Laut und aufdringlich. Als um zehn nach acht noch nichts passierte in Richtung Anfang fingen die ersten an, rhythmisch zu klatschen. Und ich hätte heulen können. Das war keine Atmosphäre für ein Musical-Event, sondern…. Siehe oben…. Um viertel nach acht ging es dann endlich mit der Ouvertüre aus Gypsy los. Danach stellten sich sozusagen alle Tänzer und Solisten mit On Broadway aus Smokey Joe’s Café los. Die Bühne erschien mir all zu lang, um dem Zuschauer gerade von den Tänzern ein einheitliches Bild zu bieten. Obwohl ich einen gerade Blick auf die Bühne hatte, konnte ich keinerlei Zusammenhänge erkennen. Es folgte Carolin Fortenbacher mit All that Jazz aus Chicago. Keine besonders auffallende Leistung, aber nett dargeboten. Mein erster persönlicher Tiefschlag war dann Uwe Kröger mit New York, New York aus New York, New York. Ich liebe dieses Lied. Es hat eine ganz natürliche Stärke, Dominanz und Überzeugung. Herr Kröger sang es derartig gewollt und angestrengt, dass das typische New York – Gänsehautfeeling sich absolut nicht einstellen wollte. Der Applaus war auch eher höflich und leistungsanerkennend denn begeistert. Und mir stellte sich zusätzlich die ketzerische Frage: Musical 2006 – bisher war davon noch nichts zu hören, denn keine der drei Darbietungen hatte Bezug zu einem aktuellen Musical aus 05/06. Danach die erste Moderation von Herrn Kröger. Zu seinen Gunsten muss man sagen, dass er die gequälten, langweiligen Texte sicher nicht selber geschrieben hat. Die Moderatoren von 9Life wirken in Text und Moderation lebendiger…. Nun war es Zeit für die 3 Musketiere. Patrick Stanke begann mit Heut ist der Tag. Ich kannte ihn nicht, habe ihn noch nie gehört und war beeindruckt. Eine wundervolle Stimme und viel Ausdruckskraft. Auch das Duett Jessica Kessler/Patrick Stanke mit Alles hat beeindruckt. Jessica war wie gewohnt bezaubernd. Eine eindrucksvolle Stimme, die jede Stimmung, jedes Gefühl wundervoll rüberbringt und eine überzeugende Darstellung. Das anschließende Wer kann schon ohne Liebe sein mit Maike Boerdam, Carolin Fortenbacher und Jessica Kessler dagegen fiel schon wieder ein wenig ab. Carolin Fortenbacher hatte ein, zwei Notenpatzer, Maike Boerdams Stimme war zu kräftig für die beiden anderen und Jessica war zwar in Mimik und Gestik wundervoll, konnte aber in diesem Lied stimmlich nicht überzeugen. Allerdings kam an diesem Punkt auch die schlechte Akkustik der Köln – Arena und das viel zu laute Orchester zum tragen. Immer wieder hat die Technik übersteuert und obwohl die Darsteller hörbar bemüht waren, sich dem Publikum verständlich zu machen, scheiterte dies dann an der Akustik der Halle. Die Ouvertüre von Phantom der Oper leitete den nächsten Abschnitt ein, gefolgt von einer überzeugenden Darbietung von Mehr will ich nicht von Dir mit Maike Boerdam und Patrick Stanke. Man konnte das Glück und die Hoffnung der beiden fast mit Händen greifen. Wäre es doch dabei geblieben. Aber natürlich kam dann Uwe Kröger mit Die Musik der Nacht und Maike Boerdam/Uwe Kröger mit Phantom der Oper. Maike Boerdam gewohnt stimmkräftig, aber Herr Kröger ein Phantom? Ich zitiere gern eine Kollegin: „Phantömchen“ wäre wohl der richtige Ausdruck. Und als er „Sing für mich“ hauchte, da konnte ich mir ein Gähnen nicht verkneifen. Ich bin fest davon überzeugt: Wer das Phantom in der „Uwe-Kröger“- Zeit zum ersten Mal hört, wird die Macht des Phantoms niemals verstehen. Aber dies wurde sofort wieder aufgewogen von Ana Milva Gomes mit So einfach, so schwer aus Aida. Was für eine Stimme, was für eine Darstellung. Der Schmerz war so deutlich zu spüren, dass man förmlich mitleiden musste. Und auch Ana Milva Gomes und Patrick Stanke brachten die unglückliche Liebe von Aida und Radames mit Sind die Sterne gegen uns den Zuschauern so nahe, dass man aufspringen, sie umarmen und Hilfe versprechen wollte. Als die Bühne erst dunkel und dann langsam wieder heller wurde, ging ein Raunen und kurzer Applaus durch die Halle. Thomas Borchert als Graf von Krolock ging gemessenen Schrittes durch die Zuschauer und sang Unstillbare Gier aus Tanz der Vampire. Obwohl leider stark verkürzt schien es, er wolle den Fans etwas Besonderes bieten. Selten habe ich ihn so stark und leidend und gierig erlebt. Es war unglaublich berührend. Und obwohl das Bühnenbild natürlich eher „gemäßigt“ zu nennen war, als dann Jessica Kessler und Thomas Borchert das Duett Totale Finsternis sagen, flossen nicht nur bei mir die Tränen. Sehr schön auch das Ensemble, das bei Sei bereit als Vampire im Publikum standen, die Gesichter mit Taschenlampen angestrahlt, die sie im Umhang versteckt hielten. Das Publikum honorierte „Tanz der Vampire“ und „Aida“, mit begeistertem Applaus. Zum ersten Mal war wirkliche Begeisterung zu spüren, zum ersten Mal war der Funke von Darstellern und Musik zum Publikum übergesprungen. Die wieder sehr gewollte und angestrengte Moderation von Herrn Krüger, der mit einem Kreuz auf die Bühne kam, nahm dem leider wieder etwas. Mit wenig Witz und Charme kündigte er den nächsten Teil an. Grease Lightning mit Joshua Denning aus Grease entführte uns gekonnt in die Welt des Rock `n Roll und das Duett Jessica Kessler/Joshua Denning mit You`re the one that I want war einfach klasse. Joshua Denning überzeugte als Danny ebenso sehr wie die wunderbar wandelbare sexy Jessica Kessler als Sandy, die im schwarzen Lederoutfit wohl so ziemlich jedes Männerherz hat höher schlagen lassen. Das Tanz – Ensemble war klasse, aber wieder erlaubte die breite Bühne dem Zuschauer nicht, auch nur den Hauch einer Ahnung vom Gesamtbild zu erhalten. She`s like the wind und Hungry Eyes aus Dirty Dancing als Medly von Thomas Borchert gesungen und untermalt durch Soli eines fantastischen Saxophonisten gingen unter die Haut und waren ein wundervoller Übergang zu Time of my life mit Joshua Denning und Jessica Kessler. Die extrem wandlungsfähige Jessica Kessler zeigte in diesem Stück die Verwandlung des schüchtern Mädchens in eine erwachsene, verführerische Frau. Man merkte ihr die Vergangenheit als Eiskunstläuferin an und der legendäre „Baby-Sprung“ wurde mit einem Extra – Applaus des Publikums belohnt. Ein letztes Saxophon – Solo und Thomas Borchert, der dies leidenschaftlich mitrockte, entließ uns in die Pause. Und auch die ist eine Erwähnung wert... Dreißig Minuten Pause erscheint nur denen lang, die die Freß-Meile der Köln – Arena nicht kennen. Da reiht sich sozusagen kilometerweit ein Pizza – und Pommesstand nach dem anderen in trauter Gemeinsamkeit mit den Getränkebars aneinander. Besonders geschmackvoll für einen solchen Abend: Sämtliche Getränke (auch Sekt und Wein) gab es nur in Plastibechern für die ein Euro Pfand hinterlegt werden musste… an einem Eisstand gab es das Geld zurück. Aber natürlich war an jedem Rückenteil der mehr als nur unbequemen Hallensitzgelegenheiten auch eine Halterung für diese Getränkebecher angebracht, ähnlich denen, die man aus dem Autokino kennt. Eine Ansage, dass die Pause zu Ende ist, gibt es in der Köln-Arena nicht. Nur Monitore über den Pommes- und Pizzabuden zeigten nach einer halben Stunde „Gleich geht es weiter“. Kann man es den doch arg beschäftigten Besuchern da verdenken, dass sie mit ihren Pizzateilchen und Pommestüten ihre Sitznachbarn erst nach dem verlöschen des Lichts und dem erneuten Showbeginn das Abendessen über die Beine kippten? Sehr unschön auch, dass einige Leute im Parkett so spät wieder in den Saal kamen, dass sie, anfangs ungehindert, in die erste Darbietung platzten. Der 2. Akt begann mit Der ewige Kreis aus König der Löwen mit Velile Mchunu, Germaine Dbago Gbao und Kevin Rogers. Einfach nur schön und stimmgewaltig. Wie gesagt, schade, dass Ordner nicht sofort eingriffen, als zu spät kommende Zuschauer die Männer, die im Publikum standen, förmlich beiseite drängten, um zu ihrem Platz zu kommen. Erst bei Kann es Liebe sein mit Joshua Denning und Ana Milva Gomes sorgten Ordner dafür, dass die nach wie vor zu ihren Plätzen strebenden Zuspätkommer, das im Publikum verteilte Ensemble, welche Vögel an langen Stangen über die Menschen fliegen ließ, nicht gestört wurden. Auch wenn Joshua Denning bei diesem Song nicht ganz so überzeugend war, wie ansonsten an diesem Abend, Ana Milva Gomes zog jeden mit ihrer Stimme in den Bann. Und auch Es lebt in Dir mit Velile Mchunu, Germaine Dbago Gbao und Kevin Rogers gab einen schönen Einblick in die bunte Vielfalt des Musicals König der Löwen. Die nächste Moderation von Herrn Krüger kann nur peinlich genannt werden. Er kündigte die nächsten Musical – Titel damit an, sich zu brüsten, dass er in allen Dreien die Hauptrolle in der Premierencast inne hatte. Zu Haus aus Die Schöne und das Biest zeigte Jessica Kessler als heimwehkrankes Mädchen mit wundervoller Stimme und erneut überzeugte sie mit ihrer Wandlungsfähigkeit. Denn nach Wie kann ich sie lieben mit Thomas Borchert als Biest, welches eher routiniert als wirklich überzeugend rüber kam, war sie liebevolle Verführerin und brachte das Biest in einer überzeugenden Darstellung dazu, sich ihr im Tanz anzuvertrauen. Begleitet wurden die Beiden von Carolin Fortenbacher mit Die Schöne und das Biest. Auch hier war ihre stimmliche Darbietung eher als ausreichend zu bezeichnen. Es folgte Ana Milva Gomes mit Memories aus Cats. So sehr mich ihre Stimme an diesem Abend begeistert hat, hier konnte sie nicht überzeugen. Der eher spärliche Applaus des Publikums an dieser Stelle scheint meine Ansicht zu bestätigen. Das Musical Elisabeth wurde zuerst durch Die Schatten werden länger mit Uwe Kröger und Patrick Stanke vorgestellt. Uwe Kröger als Tod war überzeugend, jede Note und Intonation stimmte, einfach sehr gut. Auch Patrick Stanke zeigte dem Publikum ein weiteres Mal, dass von ihm sicher noch sehr viel zu erwarten ist. Gewohnt stimmgewaltig und auch schauspielerisch sehr intensiv sang Maike Boerdam Ich gehör` nur mir. Uwe Krüger mit Der letzte Tanz kann nur als mitreißend bezeichnet werden. Die Ouvertüre von Miss Saigon war beeindruckend und beim anschließenden Saigon, Du fieberst im Licht mit Thomas Borchert, Ana Milva Gomes und Patrick Stanke wurde wirklich jeder den schauspielerischen und gesanglichen Herausforderungen gerecht. Thomas Borchert als Zuhälter war zum schreien komisch, ebenso wie Ana Milva Gomes und Patrick Stanke mit ihrer tragischen Liebe jede verzweifelte Nuance dem Publikum darbrachten. Als Ana Milva Gomes und Patrick Stanke sich in Die letzte Nacht der Welt trennen mussten, schluckten viele Zuschauer an ihrer Rührung. Die Moderation, eine Anreihung von Superlativen der Besucherzahlen, leitete den letzten Teil des Abends ein: Maike Boerdam, Carolin Fortenbacher und Velile Mchunu im 70iger Jahre – Fummel sangen Dancing Queen aus Mama Mia. Gesanglich sicherlich nicht im obersten Bereich brachten sie aber die Lebensfreude der damaligen Zeit dem Publikum so wunderbar wieder, dass viele sich zum „mitschunkeln“ animiert fühlten. In Der Sieger hat die Wahl zeigte Carolin Fortenbacher erstmals an diesem Abend was sie kann. Stimmgewaltig riss sie die Zuschauer förmlich mit sich und schaffte damit eine gute Basis für Mama Mia und Wenn das die Mami wüsst` mit Maike Boerdam, Carolin Fortenbacher, Velile Mchunu, Thomas Borchert, Uwe Kröger und Joshua Denning. Es war witzig, die Darsteller alle in den Mama-Mia Kostümen zu sehen und zeigte die Defizite von Thomas Borchert beim Tanzen. Allerdings war er dabei so überzeugend charmant, dass es schon wieder gewollt aussah. Uwe Kröger, Joshua Denning und die Damen aber zeigten, was in ihren Beinen steckt. Das war der Rhythmus, wo das Publikum mit muss… Der darauf folgende Schlussapplaus ist mit Sicherheit eine Herausforderung für die Kostümhelfer und die Darsteller. Gerade noch in den bunten Abba-Kostümen präsentierte sich erst das Ensemble und dann jeder Solo - Darsteller in strahlendem Weiß. Schade nur, dass die Musik einen Klatschrhythmus intonierte, den der Großteil des Publikums aufnahm und einen Applaus für den Einzelnen fast unmöglich machte. Doch bei Ana Milva Gomes, Jessica Kessler und Thomas Borchert wurde deutlich, dass hier die Leistungen besonders gewürdigt wurden und auch Uwe Kröger erhielt viel Beifall. Die letzte Moderation mit der Ankündigung einer Zugabe ging leider Gottes in dem Lärm, den die aufbrechenden Zuschauer machten, fast unter. Wie bei den meisten Sportereignisse eilten auch hier vermutlich routinierte Köln-Arena-Besucher, sich laut unterhaltend, aus dem Saal, um dem Stau im Parkhaus zu entgehen. Tatsächlich entgangen ist ihnen aber eine wundervolle Zugabe. Danke für die Lieder sangen Ensemble und Darsteller mit Soloparts für Uwe Kröger, Jessica Kessler und Thomas Borchert. Aber auch hier: Auf den großen Monitoren, die, über der Bühne hängend, während der ganzen Show das Bühnengeschehen zeigten, wurde wie in einer Karaoke - Show der Text mit geschrieben. Eher ablenkend als animierend. Unmittelbar danach gingen die Lichter an. Der Abend war zu Ende. Mein Fazit dieses Abends: Als aller erstes: Die Köln-Arena ist definitiv nicht der richtige Ort für eine Musical Show. Obwohl die Halle durch die Bühne bereits halbiert war, blieben viele Plätze frei. Ein kleineres Theater hätte nicht nur der Besucherzahl nach ausgereicht – es hätte auch eine Atmosphäre geschaffen, die dem Anlass angemessen war. Man hatte den Eindruck, dass ein Großteil der Besucher sich exakt so benommen und gefühlt hat, wie es der Örtlichkeit angemessen war, nicht aber dem Anlass nach. Die Köln-Arena ist eben eine Multifunktionshalle, in der Hauptsache für Sportereignisse oder eben Konzerten großer Bands. Da braucht es keine Atmosphäre, kein Ambiente, das dem Anlass einen ansprechenden Rahmen gibt. Für eine Musical-Veranstaltung aber wirkte es eher abstoßend. Wirkliche Stimmung und Begeisterung unter den Zuschauern kam nicht auf, was nicht an den Darstellern gelegen hat, sondern meines Erachtens an der Umgebung. Wer kann sich schon auf die Bühnendarbietung konzentrieren, wenn man ständig von der Erwartung abgelenkt wird, auf den Deckenmonitoren eine Zeitlupen-Wiederholung der schönsten Stellen präsentiert zu bekommen. Dazu bedarf es bei einem Musical auch einem Saal mit entsprechender Akustik. Und keiner Halle, die auf Größe und Lautstärke ausgerichtet ist. Es ist nachvollziehbar, dass bei einem Boxkampf jeder Zuschauer jeden Kommentar hören soll und dabei gegen das Geschrei der Besucher anzukommen ist. Bei einer Show wie der gestrigen aber ist eine klare Akustik und eine Technik, die mit den spezifischen Anforderungen zurecht kommt, nötig. Beides gab es nicht und trug im wesentlichen dazu bei, dass der Abend trotz aller Höhepunkt doch eher enttäuschend war. Best of Musical selber ist eine Anreihung von Ausschnitten aus verschiedenen Musicals. Man sollte es vermeiden, mit zu hoch gesteckten Erwartungen zu einem solchen Abend zu gehen. Darstellern, die ihre ehemaligen Rollen singen, merkt man an, dass sie sich bemühen, ihren Fans das Allerbeste zu geben. Aber in der Mischung sind es eben immer nur Ausschnitte. Die gewohnten Bühnebilder fehlen und die gebotenen waren eher dürftig. Wirkliche Faszination kann nicht aufkommen, denn immer, wenn etwas überschwappt von der Handlung, die ein Musical von einer rein gesanglichen Darbietung unterscheidet, ist schon der nächste Song oder die nächste Moderation an der Reihe. Besonders herauszuheben in der diesjährigen Produktion sind sicherlich Jessica Kessler und Ana Milva Gomes bei den Frauen, sowie Patrick Stanke und Thomas Borchert bei den Männern. Jessica besticht durch ihr fantastische Wandlungsfähigkeit, gepaart mit unglaublicher Darstellungskraft und ihrer wunderschönen Stimme. Ana Milva Gomes kann mit ihrer beeindruckenden Stimme ebenfalls zeigen, wie vielfältig sie doch ist. Auch Patrick Stanke verblüfft den Zuschauer mit einem ungemein abwechslungsreichen Repertoire. Thomas Borchert schafft es, persönliche Interpretation, Stimmkraft – und –Schönheit und Darstellfähigkeit mit gelassen hingenommenen Defiziten so zu kombinieren, dass der Besucher ihn nur noch mehr bewundern muss. Alles in allem: Best of Musical ist eine Veranstaltung, die ich mir auch in den nächsten Jahren wieder ansehen werde. In einer Stadt, die dem Event eine angemessene Umgebung bietet.
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