1. Wie gefällt es dir in Berlin?

Am Anfang war es schwierig für mich, weil die meisten meiner Kollegen sich schon untereinander kannten. Ich kannte niemanden im Theater und überhaupt in Berlin und habe mich, weit weg von Familie und Freunden, einsam gefühlt. Am schlimmsten war es im Winter, wenn ich in der Dunkelheit zum Theater gegangen bin, in der Dunkelheit wieder heraus gekommen bin und dann in meine leere Wohnung gehen musste. Dann konnte ich nur noch im Internet surfen um mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Aber inzwischen fühle ich mich wohl, denn das Wetter wird immer besser und mittlerweile kenne ich alle Leute im Theater und verbringe in meiner Freizeit Zeit mit ihnen. Ich fahre allerdings immer noch jeden Montag nach Warschau um meine Freunde und Familie zu besuchen.

2. Wie bist du dazu gekommen, die Audition für “Tanz der Vampire“ in Berlin zu machen?

Cornelius Baltus hat mich und einige andere Leute aus der Warschauer Besetzung zur Audition eingeladen. Ich wurde speziell für die Audition als Herbert eingeladen. Natürlich habe ich zugesagt, denn es war eine tolle Erfahrung für mich mal eine deutsche Audition zu machen.

3. Was gibt es für Unterschiede zwischen “Tanz der Vampire“ in Berlin und Warschau?

Alles ist anders! Natürlich waren zwar die Geschichte, die Musik und die Choreografien die gleichen, aber unsere Bühne in Warschau war viel größer und die ganze Ausstattung war ganz anders. Wir hatten ein niedrigeres Budget für die Produktion, also war alles weniger detailliert dargestellt; wir hatten z.B. keine Wendeltreppe. Allerdings war unser Orchester in Warschau viel größer; es bestand aus 37 Musikern – das war fantastisch. Deswegen waren unsere Arrangements der Songs auch etwas anders.

4. Wie hast du dich vor deiner Herbert-Premiere in Berlin gefühlt?

Ich habe mich noch schlechter gefühlt als vor meiner Premiere in Warschau. Das war damals meine erste große Produktion nach der Schule und ich hatte noch keine Erfahrungen sammeln können. Hier in Berlin war ich wegen der fremden Sprache sehr nervös. Am schlimmsten war es, als ich hinter dem Vorhang saß bevor meine Badezimmer-Szene begann und ich Angst hatte meinen Text zu vergessen, aber sobald ich auf der Bühne war habe ich mich gut gefühlt.

5. War es schwer für dich den deutschen Text zu lernen?

Nein, es war nicht allzu schwer. Vor meiner letzten Audition habe ich 3 Stunden lang mit unserem Phonetik-Lehrer trainiert und mir außerdem die Wiener CD oft angehört, das hat mir sehr geholfen die Texte zu lernen. Nur „Carpe Noctem“ und „Der Tanz der Vampire“ waren etwas schwierig, weil die Songs ziemlich schnell sind. Ich denke, dass Herbert eine gute erste Rolle ist um sie in einer fremden Sprache zu spielen, denn er hat wenig Sprechtext, aber viel zu singen.

6. Was ist dein Lieblingslied / deine Lieblingsszene in “Tanz der Vampire”?

Als Herbert spiele ich natürlich am liebsten die Badezimmer-Szene mit „Wenn Liebe in dir ist“. Im Ensemble liebe ich „Prayer“ und „Ewigkeit“.

7. Wie viel von dir selbst kannst du in deine Rollen einbringen?

Im Ensemble nichts, denn ich spiele den Dorftrottel (lacht). Naja, vielleicht ein bisschen mehr im 2. Akt, als Ensemble-Vampir. Dann kann ich auf der Bühne richtig verrückt sein, was ich liebe, denn so bin ich auch im Leben. Als Herbert liebe ich es, so aristokratisch zu sein. Er ist Krolock’s Sohn und lebt in einem Schloss, was ihn zu der Überzeugung bringt, dass er besser ist als alle anderen. Das gibt mir beim Spielen ein erhebendes Gefühl für mich selbst.

8. Welche anderen Rollen würdest du gerne einmal spielen (in “Tanz der Vampire” und allgemein)?

In „Tanz der Vampire“ würde ich wirklich gerne den Professor spielen. Ich habe dafür sogar schon Auditions gehabt und war kurz davor den Job zu bekommen, aber ich denke, ich war einfach zu schüchtern für die Rolle. Was andere Musicals angeht, so wurde ich für eine Audition für den Raoul in „Phantom der Oper“ in Warschau eingeladen und hoffe wirklich die Rolle zu bekommen, denn das würde sehr gut zu mir passen. Ich würde auch gerne den Joe in „Sunset Boulevard“ spielen, vielleicht auch Marius in „Les Misérables“ – oder Jean Valjean, in 20 Jahren.

9. Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Das weiß ich wirklich nicht. Ich kann mir sowohl vorstellen weiterhin in Deutschland zu arbeiten, als auch zurück in Polen in einigen Produktionen zu spielen.

10. Ist dein Job für dich Beruf oder Berufung?

Es ist wirklich meine Berufung; ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur mein Job ist. Natürlich ist es das, wenn man 8-mal die Woche spielt, aber ich könnte mir nicht vorstellen in einer Show zu spielen, die ich nicht mag, nur um mein Geld damit zu verdienen. Für mich ist es ein tolles Gefühl auf der Bühne zu stehen; ich bin immer glücklich, wenn ich in das Theater komme.

11. Möchtest du deinen Fans noch etwas sagen?

Ich möchte mich für euer Interesse an mir bedanken, denn das ist ein wirklich gutes Gefühl. Ich hätte euch so gerne beim Fanclubtreffen Ende März getroffen, aber an dem Tag war ich leider nicht in Berlin. Aber ich hoffe, euch alle bald in Berlin zu sehen!

 

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